Die Gründung 1874 des Schützenverein

 

Abrechnung von 1876 Schützenverein LangewieseAn dem Deutsch-Französischen Krieg haben auch Langewieser teilgenommen, so z.B. Konrad Hetzler (Postillion), der auch in Sedan mit dabeigewesen ist. Diese Männer brachten den Sturm der nationalen Begeisterung auch mit nach Langewiese und waren Mitbegründer des Schützenvereins Langewiese. Vermutlich hat der Schützenverein Langewiese seinen Ursprung in einer Kriegerkameradschaft, die bereits vor 1874 gegründet worden ist. Aus dieser mehr lockeren Vereinigung ist dann der Schützenverein Langewiese hervorgegangen. Begründen kann man diese Vermutung durch ein Inventarverzeichnis von 1879 wo von einer alten und neuen Fahne die Rede ist. Der Schützenverein besitzt aber nur noch die Fahne, die 1879 angeschafft worden ist. Bei der nicht mehr vorhandenen Fahne könnte es sich um die von amerikanischen Soldaten 1945 gestohlene Fahne der Kriegerkameradschaft handeln, der sich Anfang des 20. Jahrhunderts neben dem dem Schützenverein etabliert hatte und 1945 aufgelöst wurde. Ein Hinweis auf einen Kriegerverein ist in der Satzung der Sterbekasse des Schützenvereins vom 27. Dezember 1907 in § 8 zu finden. Leider ist aus den Anfängen 1874 bis 1878 bis auf die erste Satzung von 1875 nichts schriftliches mehr vorhanden. Lediglich ein 1879 verfaßtes Protokoll und Inventarverzeichnis geben uns einige interessante Auskünfte.

Protokoll und Inventarverzeichnis 1879

Im Jahr 1874 wurde der Schützenverein gegründet. Zu Vorständen wurden gewählt:

Präses Heinrich Spies
Hauptmann Lorenz Dohle
Fähnrich Georg Lauber (Heneriges)
Adjutant Georg Trapp
Offiziere Josef Martin, Konrad Hetzler
Vorstände Heinrich Trapp, Eduard Becker, Karl Guntermann
Feldwebel Franz Spies (Arens)
Vertreter Mathias Trippe

Antrag: Nach dem ersten Schützenfest wurde der ganze Vorstand für die nächsten 5 Jahre wiedergewählt. Es traten 1877 zurück: Hauptmann Lorenz Dohle, es kam an seine Stelle Josef Martin, an dessen Stelle Handelsmann Heinrich Lauber. Anstelle des Präses Heinrich Spies (Arens) Zimmermeister Heinrich Spies. Anstelle des Feldwebels Franz Spies (Arens) Adam Albers, Stellvertreter Weber Vitt. 1879 wurde Georg Guntermann noch als Offizier gewählt. Eduard Becker trat 1877 von der Gesellschaft zurück und wurde Mathias Gerke an dessen Stelle gewählt. Für das Jahr 1879 wurde vom Präses der Antrag gestellt eine ganz neue Wahl vorzunehmen oder den ganzen Vorstand noch für das Jahr zu behalten. Durch Stimmenmehrheit wurden beschlossen, den ganzen Vorstand für das Jahr 1879 zu behalten und am 26. Dezember eine Neuwahl vorzunehmen.

Der Verein hat an Vermögen oder Inventar:
1. die alte und neue Fahne
2. den Orden des Königs
3. 5 Degen … für den Hauptmann (… Schulterstücke?)
4. die Vogelstange
5. das Zelt wie es jetzt da steht
6. das Zelt, Bedachungssachen
7. 13 Schärpen
8. 1 Säbel für Vizekönig
9. 460 Eintrittskarten
10. an Gelde, wie es in der Abrechnung berechnet

Jedes Vorstandsmitglied hat was es von der Gesellschaft hat an seinen Nachfolger abzugeben. Von dem Verein sind zurückgetreten: Eduard Becker, Johann Jost Gerke, an letzte Stelle trat Johann Becker Bochum, hat derselbe kein Eintrittsgeld bezahlt wohl aber 1878 den Betrag von 3 Mark 10 Pf bezahlt ohne anwesend zu sein. Nicht mehr erschienen und keine Beträge bezahlt haben seit dem Jahr 1875 Ludwig Meier, seit 1876 Philip Martin, Mathias Martin, Josef Müller, Lehrer Koch, seit 1877 Anton Dohle, Johann Becker Bochum, zurückgetreten 1878 Josef Becker.

König war Vizekönig war
1875 Wilhem Trapp Heinrich Gerke
1876 Ferdinand Trippe Philip Martin junior
1877 Georg Lauber Heinrich Meier
1878 Heinrich Keller Ferdinand Trippe
1879 Karl Guntermann Heinrich Trippe

Besonders zu erwähnen ist sicherlich, daß im Jahr 1875, als das erste Schützenfest gefeiert wurde, bereits eine von amtlicher Seite so genehmigte Satzung für den Schützenverein Langewiese vorlag.

Werbung

  • Warsteiner im Ausschank